Europäische Bürgerkonferenzen 2009: Online-Debatte läuft

Bürger aus ganz Europa bringen in einer Online-Debatte ihre Stimme zur wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Europas ein

burgerkonfWie kann die Europäische Union unsere wirtschaftliche und soziale Zukunft in einer globalisierten Welt gestalten? Über diese spannende Frage diskutieren zurzeit Bürger aus ganz Europa in einer Online-Debatte: Sie machen mit beim größten Beteiligungsprojekt zur Zukunft Europas.

Im Internet diskutieren sie mit anderen Bürgern, schreiben eigene Beiträge, machen Vorschläge für Empfehlungen an die Politik und stimmen über diese Vorschläge ab. Dieser Online-Dialog ist die erste Phase der Europäischen Bürgerkonferenzen 2009 (European Citizens Consultations – ECC 2009), die die Menschen in Europa ermutigen sollen, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. „Für die Zukunft Europas ist es wichtig, dass die Bürger sich mit der europäischen Idee identifizieren. Dazu wollen wir beitragen – mit Projekten wie den Europäischen Bürgerkonferenzen“, sagt Dieter Berg, Vorsitzender der Geschäfts-führung der Robert Bosch Stiftung. In Deutschland findet die Online-Diskussion unter www.europaeische-buergerkonferenzen.eu/de statt.

Herzstück des Projekts sind die Bürgerkonferenzen, die im März 2009 in allen 27 EU-Mitgliedstaaten stattfinden: Hier diskutieren zufällig ausgewählte Europäer miteinander über die Zukunft Europas. Zeitgleich und per Video miteinander verbunden formulieren sie an drei März-Wochenenden ihre nationalen Empfehlungen an die EU, über die dann alle 1.500 Teilnehmer zwischen April und Mai abstimmen werden.

So entstehen 15 gesamteuropäische Empfehlungen, die dann von der Öffentlichkeit online kommentiert werden können. Die Europäische Bürgerkonferenz in Deutschland wird am 28. und 29. März mit 150 Teilnehmern im Weltsaal des Auswärtigen Amts in Berlin stattfinden, darunter auch Bürger, die sich bereits an den Europäischen Bürgerforen im Rahmen der Aktion Europa beteiligten. Beim abschließenden Europäischen Bürgergipfel am 10. und 11. Mai in Brüssel werden die Ergebnisse an Vertreter der europäischen Institutionen überreicht. Darüber hinaus werden die Bürgerempfehlungen auch in Regionalkonferenzen, die im Herbst 2009 stattfinden, mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und anderen Meinungsbildnern diskutiert. „Die Bürgerkonferenzen zeigen: Ein Bürgerdialog in Europa und über Europa ist möglich – und erwünscht“, so Hans-Peter Meister, Geschäftsführer der IFOK GmbH. „Das Spannende an diesem Projekt ist die neue Form des europäischen Dialogs: Nicht Politiker, Berater und Strategen, sondern die Bürger selbst gestalten das Europa, in dem sie künftig leben wollen.“

Die Europäischen Bürgerkonferenzen werden von einem europäischen Partnerkonsortium aus mehr als 40 unabhängigen europäischen Organisationen – Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen, Universitäten und Think-Tanks aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten – unter Leitung der belgischen König-Baudouin-Stiftung umgesetzt und von der Europäischen Kommission mitfinanziert. Die deutschen Projektpartner sind die Ro-bert Bosch Stiftung und IFOK, das Projekt wird unterstützt vom Auswärtigen Amt. Die Europäische Bürgerkonferenz in Deutschland ist „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ und damit Teil der gemeinsam von der Bundesregierung und der Wirtschaft getragenen Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“. Im Jahr 2007 haben die Europäischen Bürgerkonferenzen den Deutschen PR-Preis gewonnen.