Nein zu Klonfleisch !

Europaabgeordneter und Europa-Union Vorstand Martin Kastler stimmt für mehr Ethik und mehr Tierschutz.

Straßburg – Das Europäische Parlament hat sich am 07.Juli mit überwältigender Mehrheit für ein Verbot des Klonens von Tieren zur Lebensmittelproduktion ausgesprochen. „Fleisch von geklonten Tieren wird es in der EU auch in Zukunft nicht geben. Dafür sorgte eine Mehrheit des Europäischen Parlaments“, so der mittelfränkische Europaabgeordnete Martin Kastler.
Die EU-Parlamentarier gehen in dieser Frage damit deutlich auf Gegenposition zu den Staats- und Regierungschefs sowie zur EU-Kommission. Der Ministerrat hatte sich im vergangenen Jahr grundsätzlich darauf verständigt, Fleisch von geklonten Tieren in die sogenannte Novel-Food-Verordnung einzubeziehen. Mit der heutigen Entscheidung in Straßburg kann dies nicht so bestehen bleiben.
Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Dr. med. Peter Liese (CDU) und Albert Dess (CSU) kämpfte Kastler schon in der Fraktion der Christdemokraten (EVP-Fraktion) um diese Position. Leider haben Spanier und Franzosen innerhalb der EVP-Fraktion diese berechtigten Anliegen gegen das Klonen nicht unterstützt.
Kastler, der auch Vizepräsident der interfraktionellen Arbeitsgruppe Bioethik des Europäischen Parlamentes ist, begrüßte das Votum des EP als deutliches Signal: „Das Unwohlsein der Bürgerinnen und Bürger beim Thema Klonfleisch ist verständlich. „Wir brauchen keine geklonten Lebensmittel, bei denen sich der Bevölkerung der Magen umdreht!“, so Martin Kastler wörtlich am Rande der heutigen Plenarabstimmungen.
Ausreichende Daten für eine verlässliche und abschließende Bewertung einer Gefährdung menschlicher Gesundheit durch den Verzehr von Klonfleisch liegen nicht vor. Zwar stuft man die Gefährdung als eher gering ein, jedoch gesteht die zuständige Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein, dass keine ausreichenden Daten für eine endgültige Bewertung vorliegen.
Die drei deutschen Christdemokraten führten zudem ethische Aspekte an, die gegen das Klonen von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken sprechen. Sollte die Technik des Klonens von Tieren weiter perfektioniert werden, so werde langfristig auch das Klonen von Menschen ermöglicht und vereinfacht. „Wenn man beim Thema Klonen das Fenster auch nur einen Spalt weit öffnet, steht bald darauf das ganze Haus offen“, wendet sich Kastler gegen die Zulassung von Klonen in der Lebensmittelkette.
Für den bayerischen Landwirtschaftsexperten Albert Deß aus Neumarkt ist Klonen auch in der Landwirtschaft der falsche Weg: über Züchtungen hat man im Agrarbereich sehr große Erfolge erzielt, daher sollte man die Tiere schonen, der heimischen Züchtungskunde helfen und nicht der industriellen Kommerzialisierung durch Klonen Vorschub leisten. Zusätzlich erinnert Kastler daran, dass Klonen gegen den Tierschutz verstößt.
„Die Technik des Klonens ist für Tiere mit enormen Leiden verbunden, das darf nicht sein.“ Nur bei neun bis fünfzehn Prozent der transplantierten Embryos kommt es überhaupt zur Geburt und bei der Geburt treten häufig Komplikationen auf. Viele der Tiere verenden im weiteren Lebensverlauf qualvoll, da die Tiere häufig an Herz- und Lungenkrankheiten oder an Immunschwächen leiden. „Der Tierschutz ist jedoch ein Prinzip der europäischen Politik, das in den europäischen Verträgen festgelegt ist.“
Daher fordert Kastler ein eindeutiges Verbot von Klonfleisch und kritisierte Rat und EU-Kommission für ihre Untätigkeit auf diesem Gebiet: „Die Menschen wollen kein Klonfleisch, daher ist ein eindeutiges Verbot nötig. Kommission und Rat müssen sich in dieser Frage endlich bewegen und den Mehrheitswillen des Europäischen Parlaments und der Bürgerinnen und Bürger in Europa ernst nehmen. Alles andere wäre ein Skandal“, so die Politiker abschließend.