Verbrauchern helfen, mit Vertrauen einzukaufen

 

Verbraucher können künftig schneller, leichter und billiger ihre Rechtsstreitigkeiten mit Händlern beilegen, wenn sie Waren und Dienstleistungen in der EU einkaufen. Quelle: www.ec.europa.eu


Im Jahr 2010 hatte jeder fünfte europäische Verbraucher Schwierigkeiten beim Ankauf von Waren und Dienstleistungen im Binnenmarkt. Die Kosten ungelöster Rechtsstreitigkeiten werden auf 0,4 % des BIP der EU geschätzt.
Die EU möchte nunmehr gewährleisten, dass außergerichtliche Streitbeilegung für alle Verbraucher möglich wird – ganz gleich, was sie wo oder von wem online oder auf herkömmliche Weise kaufen.
Ein effizienteres und transparenteres System soll das Vertrauen der Bürger stärken und es Kunden ermöglichen, in der ganzen EU nach den besten Angeboten zu suchen und so Wettbewerb und Wirtschaftswachstum zu begünstigen.

 

Lösung vertraglicher Streitfälle
Wenn die Vorschläge  umgesetzt werden, haben alle Verbraucher Zugang zur außergerichtlichen Streitbeilegung; das heißt, eine neutrale, dritte Partei kann eine Lösung vorschlagen oder zwischen Verbraucher und Händler vermitteln. Schätzungen zufolge könnte der allgemeine Zugang zur außergerichtlichen Streitbeilegung den Verbrauchern 22,5 Milliarden Euro pro Jahr sparen.
Die Vermittler müssten bestimmte Qualitätskriterien erfüllen und Streitfälle innerhalb von 90 Tagen lösen. Die Unternehmen müssten den Verbrauchern mitteilen, welche Streitbeilegungseinrichtungen mit eventuellen vertragsrechtlichen Problemen befasst werden können.

 

Lösung von Online-Streitfällen
Die zweite Möglichkeit für die Verbraucher ist die Online-Streitbeilegung, die der außergerichtlichen Streitbeilegung ähnlich ist, jedoch vollständig online abgewickelt wird. Es ist geplant, eine einheitliche, EU-weite Online-Plattform für Verbraucher und Händler zu schaffen, um Streitigkeiten betreffend grenzüberschreitende Online-Verkäufe zu lösen.
Beschwerden von Verbrauchern werden automatisch über die Online-Plattform an die zuständige nationale außergerichtliche Streitbeilegungsstelle weitergeleitet, die innerhalb von 30 Tagen eine Lösung vorschlagen muss.



Nächste Schritte
Das Europäische Parlament und der Rat der EU wollen die Vorschläge bis Ende 2012 annehmen. Danach haben die EU-Regierungen 18 Monate Zeit, um die entsprechende Richtlinie umzusetzen. Die außergerichtliche Streitbeilegung sollte ab der zweiten Jahreshälfte 2014 in der gesamten EU zur Verfügung stehen.
Die EU-weite Plattform für Online-Streitbeilegung wird sechs Monate nach diesem Termin – Anfang 2015 – vollständig einsatzbereit sein.

Quelle: www.ec.europa.eu