Sichere Lebensmittel: 8800 Warnmeldungen über Europäisches Schnellwarnsystem RASFF

Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) wurden 2012 zwischen den EU-Ländern fast 8.800 Warnmeldungen ausgetauscht, davon fast die Hälfte über Produkte, die bereits an den EU-Grenzen zurückgewiesen wurden.
 

Foto: ec.europa.eu

Aus Deutschland kamen insgesamt 362 Meldungen (2011: 415), unter anderem über aus China importierte kontaminierte Erdbeeren. Zur Vorstellung des RASFF-Jahresberichts 2012 kündigte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg in Brüssel an, dass neben Meldungen über unsichere Lebens- und Futtermittel über das Warnsystem künftig auch Informationen über Lebensmittelbetrug ausgetauscht werden sollen. Dies ist eine Lehre aus dem Pferdefleischskandal der vergangenen Monate. „Das RASFF ist zu einem unerlässlichen Instrument geworden, um auf Probleme für die Lebensmittelsicherheit in der EU zu reagieren und sie abzumildern, da wichtige Mitteilungen zum Schutz der europäischen Verbraucher rasch ausgetauscht werden“, sagte er.

Im Jahr 2012 verzeichnete das RASFF insgesamt 8797 Meldungen. Das sind 3,9 Prozent weniger als 2011. Insgesamt 526 Warnmeldungen betrafen schwerwiegende Risiken, die bei auf dem Markt befindlichen Produkten festgestellt wurden; das ist ein deutlicher Rückgang von 14 Prozent gegenüber 2011. So meldete die tschechische Lebensmittelsicherheitsbehörde über das RASFF Im September 2012 schwerwiegende Fälle von Methanolvergiftungen und insgesamt 36 Todesfälle durch gepanschte Spirituosen. Die tschechische Behörde nutzte RASFF, um ihre Partner in der EU über ihre Nachforschungen und die Maßnahmen, die sie getroffen hatte, schnell zu informieren und auf dem Laufenden zu halten.

Über das RASFF-System können seit 1979 Informationen schnell zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission ausgetauscht werden, wenn in der Lebens- und Futtermittelkette ein Risiko für die menschliche Gesundheit festgestellt wird. Alle RASFF-Mitglieder (die 27 EU-Staaten, die Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, Norwegen, Liechtenstein, Island und die Schweiz, die EFTA-Überwachungsbehörde sowie die Europäische Kommission als Managerin des Systems) gewährleisten rund um die Uhr, dass dringende Meldungen unverzüglich verschickt, von allen empfangen und wirksam umgesetzt werden können. Dank des Warnsystems konnten bisher viele Lebensmittelrisiken abgewendet werden, bevor den Verbraucherinnen und Verbraucher zu Schaden kamen.

Den vollständigen Jahresbericht finden Sie

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Quelle: ec.europa.eu