Auf Druck der Kommission beenden Autovermieter Diskriminierung von Ausländern

Die Autovermieter Europcar, Hertz und Avis haben der Europäischen Kommission zugesichert, ihre diskriminierende Praxis bei der Online-Buchung von Mietwagen zu beenden.

Bild: ec.europa.eu

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Konkret verpflichteten sie sich dazu, von einem automatischen Rerouting nach der Ermittlung der IP-Adresse der Verbraucher abzusehen; die Verbraucher nicht daran zu hindern, ihre Buchung im Internet auf einer beliebigen nationalen Website der Autovermietungsfirmen innerhalb der EU zu tätigen und ihnen dabei die freie Wahl des besten Preises zu ermöglichen. Unterschiedliche Preise je nach dem Wohnsitzland des Verbrauchers werden nur noch dann angeboten, wenn sich dies durch objektive Gründe rechtfertigen lässt.

Am 8. August hatte die Europäische Kommission ein Schreiben an die Geschäftsführer von sechs internationalen Autovermietungsfirmen veröffentlicht. Die Kommission rief diese Firmen zur Einstellung von Praktiken auf, die Verbraucher auf der Grundlage ihres Wohnsitzlandes daran hindern, von den bestmöglichen Preisen zu profitieren (IP/14/917).

Nach Auffassung der Kommission reagierten drei Autovermietungsfirmen unzureichend auf die von ihr geäußerten Bedenken (EUROPCAR, HERTZ und AVIS). Nach der Veröffentlichung der Pressemitteilung zeigten sich diese drei Autovermietungsfirmen bereit, in einen konstruktiven Dialog mit der Kommission zu treten. Dabei bekannten sie sich erneut zur Einhaltung des Grundsatzes der Nichtdiskriminierung im EU-Binnenmarkt und legten ausführliche Erläuterungen zu ihrer Preispolitik vor.

Michel Barnier, für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständiger Vizepräsident der Europäischen Kommission, erklärte dazu: „Ich begrüße es, dass sich die Situation für europäische Verbraucher, die in der EU ein Auto mieten möchten, deutlich verbessert hat.“

Die Kommission setzt die Diskussionen zu objektiven Gründen für Unterschiede bei den Preisangeboten fort und prüft, wie Preisvergleiche und Informationen für Verbraucher im gesamten Binnenmarkt noch besser gestaltet werden können. Sie wacht weiterhin über die Einhaltung der Verpflichtung zur Nichtdiskriminierung, auch in Fällen, in denen Unternehmen mit Franchisenehmern arbeiten. Dieser Dialog mit Autovermietungsfirmen über Nichtdiskriminierung ist der erste Schritt, dem im Februar 2015 weitere Gespräche mit einem erweiterten Themenspektrum folgen werden.

Nach der Pressemitteilung vom 8. August 2014 traten Europcar, Hertz und Avis in einen detaillierten und konstruktiven Dialog mit der Europäischen Kommission. Sie betonten, dem Unionsrecht in vollem Umfang entsprechen zu wollen. Die Kommission akzeptierte, dass eine differenzierte Preisgestaltung durch lokale Marktsituationen (Saisonabhängigkeit, unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen in verschiedenen Ländern) dann gerechtfertigt sein könnte, wenn die Verbraucher nicht daran gehindert werden, den besten verfügbaren Tarif zu nutzen. Verbraucher sollten Mietwagen auf jeder beliebigen nationalen Website von Autovermietungsfirmen innerhalb der EU buchen können.

Der EU-Binnenmarkt bietet Verbrauchern und Unternehmen Zugang zu einer Vielzahl von Dienstleistungen und Möglichkeiten. Unternehmen eröffnet sich ein erweiterter Absatzmarkt, und Verbraucher können Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die in ihrem Wohnsitzland unter Umständen nicht verfügbar oder teurer sind. In diesem Zusammenhang sind die EU-Vorschriften von wesentlicher Bedeutung. Insbesondere dürfen Unternehmen gemäß der Dienstleistungsrichtlinie beim Zugang zu einer Dienstleistung keine ungerechtfertigten diskriminierenden Praktiken auf der Grundlage der Staatsangehörigkeit oder des Wohnsitzes des Verbrauchers anwenden. Im August 2014 veröffentlichte die Kommission einen praktischen Leitfaden für Verbraucher, die im Internet Waren erwerben oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Siehe auch: -> Kommission ermahnt Autovermieter wegen Verbraucherdiskriminierung

Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland