Wahlbeteiligung junger Menschen in Europa ist gestiegen

Die Beteiligung junger Menschen in Europa an Wahlen ist gestiegen.

Laut einer aktuellen Eurobarometer Umfrage gaben 63  Prozent der Befragten im Alter zwischen 15 und 30 Jahren an, im Jahr 2014 bei Kommunal-, Regional-, National- oder Europawahlen ihre Stimme abgegeben zu haben. Dies entspricht einer Zunahme von 4 Prozent gegenüber 2013. In Deutschland gaben 65 Prozent der Befragten an, in den letzten drei Jahren an Wahlen teilgenommen zu haben.

Bild: Europäisches Parlament, www.ergebnisse-wahlen2014.eu

Bild: Europäisches Parlament, http://www.ergebnisse-wahlen2014.eu

Ein Viertel der Befragten übte eine freiwillige Tätigkeit aus. Der Anteil der jungen Menschen in Europa, die freiwilligen Tätigkeiten nachgehen, hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, er ist um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Freiwilligentätigkeit ist besonders unter Jugendlichen in Irland (42 Prozent), Dänemark (39 Prozent) und den Niederlanden (38 Prozent) verbreitet, in Deutschland haben 32 Prozent der Befragten in den letzten zwölf Monaten an organisierter Freiwilligenarbeit teilgenommen.

Die meisten jungen Menschen engagieren sich in Organisationen in den Bereichen Wohltätigkeit, humanitäre Hilfe und Entwicklung, vor allem in Zypern (71 Prozent), Kroatien (70 Prozent), Polen (70 Prozent) und Portugal (68 Prozent). Im Vereinigten Königreich (50 Prozent), in Frankreich (49 Prozent), in Dänemark (48 Prozent) und in Deutschland (44 Prozent) engagieren sich besonders viele junge Menschen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Sport.

Rund zwei Drittel der jungen Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden, sind besorgt, ob sie einen stabilen, langfristigen Arbeitsplatz finden werden, insbesondere in Italien (84 Prozent), Spanien (82 Prozent), Frankreich (80 Prozent) und den Niederlanden (80 Prozent). In Deutschland sind sich dagegen 84 Prozent der Befragten sehr sicher oder ziemlich sicher, nach Abschluss der Ausbildung einen Arbeitsplatz zu finden. Fast die Hälfte der jungen Europäerinnen und Europäer macht sich Sorgen um das Gehaltsniveau – vor allem in Bulgarien (82 Prozent), Griechenland (79 Prozent) und Rumänien (78 Prozent) – oder um einen möglichen Umzug für einen Arbeitsplatz. Letzteres beunruhigt besonders viele junge Menschen in Irland (61 Prozent).

Wie junge Menschen besser erreicht und zur Teilnahme am demokratischen Leben ermutigt werden können, diskutiert Bildungskommissar Tibor Navracsics heute (Donnerstag) mit Jugendvertretern. Über das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ will Navracsics Projekte zur besseren Integration von Jugendlichen unterstützen  und gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung verhindern. Mit dem gesellschaftlichen Engagement junger Menschen wird sich auch die Europäischen Jugendwoche (27. April – 10. Mai) beschäftigen.

Zum Eurobarometer „European Youth: Participation in democratic life“ gelangen Sie hier.

Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland