Timmermans bittet Bürger um Ideen zur Entwicklung der Kreislaufwirtschaft

Die Europäische Kommission fragt im Rahmen einer öffentlichen Konsultation nach Meinungen zu einem neuen Konzept für die Kreislaufwirtschaft.

Foto: ec.europa.eu

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Noch bis zum 20. August 2015 können interessierte Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Unternehmen und andere Interessenträger Beiträge einsenden. Sie werden in einen Aktionsplan einfließen, der die Kommission bis Ende des Jahres vorstellen will. Eine stärker kreislauforientierte Wirtschaft kann Innovation stärken, Anreize für neue Geschäftsmodelle und Technologien schaffen und so Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft langfristig verbessern. Die Europäische Kommission hatte Ende letzten Jahres angekündigt, ihren Rechtsvorschlag zur Kreislaufwirtschaft zu überarbeiten.

Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der Kommission, leitet dazu ein Projektteam aus insgesamt vier Kommissaren. Er erklärte: „In Zukunft muss das wirtschaftliche Wachstum Europas Teil einer nachhaltigen Entwicklung sein. Eine intelligentere Nutzung unserer Ressourcen, ein Produktdesign, in das Wiederverwendung und Recycling bereits einbezogen sind, und das Festlegen ehrgeiziger Ziele für Abfallvermeidung und Recycling sind alternativlos. Heute bitten wir die Bürgerinnen und Bürger Europas um Vorschläge, wie unsere Maßnahmen gestaltet werden sollten, damit Anreize für eine wettbewerbsfähige grüne Wirtschaft in Europa geschaffen werden, die die Umwelt für künftige Generationen schützt.“

Vizepräsident Jyrki Katainen ergänzte: „Durch die Umstellung auf eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft lassen sich Lösungen finden, die allen Beteiligten Vorteile bringen und die Europa einen neuen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Wir wollen einen umfassenden Aktionsplan vorlegen, der Verbrauchern wie Unternehmen Anreize gibt, Ressourcen effizienter zu nutzen. Hierfür brauchen wir die Beiträge der Interessenträger aus allen Bereichen der Wertschöpfungsketten.“

Im Gegensatz zum Wirtschaftsmodell des „Nehmens, Herstellens und Wegwerfens“ hat die Kreislaufwirtschaft zum Ziel, den Wert der Stoffe und die Energie, die bei der Herstellung von Produkten eingesetzt wurden, so lange wie möglich zu erhalten und so das Abfallaufkommen und den Ressourcenverbrauch zu minimieren.

Die Optionen zur Erarbeitung einer wettbewerbsfähigen Kreislaufwirtschaft in Europa werden sich mit der Abfallbewirtschaftung und weitergehenden Fragen befassen und den gesamten Lebenszyklus eines Produkts einbeziehen, wobei die Gegebenheiten in den einzelnen Mitgliedstaaten berücksichtigt werden. Sie beinhalten Maßnahmen zum intelligenten Produktdesign, zur Wiederverwendung und Reparatur von Produkten, zum Recycling, zum nachhaltigen Konsum ebenso wie zur Abfallbewirtschaftung, zu Recyclingraten, zum intelligenten Rohstoffeinsatz, zur Stärkung der Märkte für Sekundärrohstoffe sowie sektorspezifische  Maßnahmen.

Bürgerinnen und Bürger, Behörden, Unternehmen und alle anderen interessierten Regierungs  und Nichtregierungsorganisationen sind aufgerufen, Fragen zu den verschiedenen Bereichen des Wirtschaftszyklus und deren Rolle bei der Umstellung auf die Kreislaufwirtschaft zu beantworten. Am 25. Juni 2015 veranstaltet die Kommission in Brüssel eine Konferenz der Interessenträger, deren Ergebnisse in den Konsultationsprozess einfließen werden. Diese Konferenz steht allen Beteiligten offen, die sich an der Gestaltung der europäischen Politik in diesem Bereich beteiligen wollen.

  • Zur Konsultation gelangen Sie -> hier.
  • Mehr Informationen auch in der vollständigen -> Pressemitteilung.

Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland