Gegen Jugendradikalisierung: Neue Initiativen zur Vermittlung demokratischer Werte

Neue Initiativen für Inklusion und demokratische Werte durch Bildung stellte die Kommission auf einem in Brüssel stattfindendem Kolloquium gegen Jugendradikalisierung vor. „Die Förderung unserer Werte gehört zu den stärksten Instrumenten, die uns zu Verfügung stehen, um gewalttätige Radikalisierung zu bekämpfen“, sagte Bildungskommissar Tibor Navracsics. So werden Mittel aus dem  Programm Erasmus+ in vorrangige Projekte gelenkt, die die soziale Teilhabe innerhalb und außerhalb Europas fördern sollen.

Kommissar Navracsics hat auf dem Kolloquium eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt, die der Verbreitung so genannter „best practices“ dienen sollen, wie die Unterstützung von Lehrern und Schulen, die Einbeziehung von Universitäten, die Verbesserung der Jugend- und der Freiwilligenarbeit und die Förderung der Inklusion durch Sport. Der Kommissar kündigte auch spezielle Initiativen an, durch die im Rahmen von Erasmus+ ein Netzwerk von „Inklusions-Botschaftern“ geschaffen werden soll, das den direkten Kontakt mit positiven Vorbildern für junge Menschen ermöglicht. Die Kommission plant auch ein Programm „Erasmus+ – Virtueller Austausch“, mit dem der Online-Kontakt zu jungen Menschen außerhalb der EU gefördert werden soll. Ziel ist es, bis 2019 auf diese Weise 200 000 junge Menschen zu erreichen.

Nach den Terroranschlägen in Paris hatten Navracsics und die Bildungsminister der Mitgliedstaaten im März 2015 die „Erklärung von Paris“ unterzeichnet. Damit  fördert die EU die Bürgerrechte und die gemeinsamen Werte Freiheit, Toleranz und Nichtdiskriminierung durch Bildung. Die Erklärung betont den Wert politischer Bildung für die EU, fordert gemeinsame Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Marginalisierung, Intoleranz, Rassismus, Radikalisierung und ruft zum Erhalt der Chancengleichheit für alle auf.

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Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland