Vertrauen der Bürger in die EU steigt

Was das „Eurobarometer 2016“ zeigt, macht Mut. Die neuen Ergebnisse des so genannten Eurobarometers beweisen einmal mehr, dass die lauten europaskeptischen Stimmen nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung sprechen und nicht die Mehrheitsstimmung in der europäischen Gesellschaft widerspiegeln.

Bildquelle: 'Europäische Kommission Vertretung in Deutschland' auf facebook

Bildquelle: ‚Europäische Kommission Vertretung in Deutschland‘ auf facebook

Richard Kühnel, der Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, sagte: „Es stimmt einfach nicht, dass die Europäer sich vom europäischen Projekt verabschieden. Eine klare Mehrheit, insbesondere auch in Deutschland, unterstützt die großen Prioritäten, welche die Juncker-Kommission gesetzt hat. Sie wünschen eine europäische Investitionsoffensive, einen digitalen Binnenmarkt, eine gemeinsame Energiepolitik, eine europäische Migrationspolitik und eine starke Wirtschafts- und Währungsunion. Das sind klare Vorgaben für die Politik: in Brüssel, aber ebenso in den nationalen Hauptstädten Europas.“

In Deutschland und europaweit finden die politischen Prioritäten der Europäischen Kommission breite Zustimmung: 86 Prozent der Deutschen unterstützen die Personenfreizügigkeit im Binnenmarkt, im EU-Schnitt sind es 79 Prozent. 82 Prozent der Deutschen wollen eine gemeinsame europäische Energiepolitik (EU-Schnitt: 70 Prozent) und 73 Prozent der Deutschen sind für eine Wirtschafts- und Währungsunion mit dem Euro als gemeinsamer Währung, europaweit sind 55 Prozent dieser Ansicht. Einen digitalen Binnenmarkt wollen 61 Prozent der Deutschen und 56 Prozent europaweit.

Einwanderung und Terrorismus sind die zentralen Themen, die die Europäer zurzeit beschäftigen. Europaweit halten 48 Prozent der Befragten Einwanderung für das wichtigste Thema auf EU-Ebene, in Deutschland sogar 57 Prozent. An zweiter Stelle folgt europaweit mit 39 Prozent das Thema Terrorismus, an dritter Stelle folgt mit 19 Prozent die wirtschaftliche Situation, in Deutschland halten 40 Prozent den Terrorismus und 13 Prozent die wirtschaftliche Situation für das zweit- und drittwichtigste Thema.

67 Prozent der Europäer wollen eine gemeinsame Migrationspolitik. Sechs von zehn der befragten Europäer (58 Prozent) geben an, dass die Einwanderung von Menschen aus anderen EU-Ländern ein positives Gefühl hervorruft, aber nur ein Drittel der Befragten (34 Prozent) verbindet mit der Einwanderung von Menschen aus Drittländern etwas Positives.

Die Hälfte der Europäer, 51 Prozent, unterstützen die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen der EU und den USA, 34 Prozent sind dagegen. Die Zustimmung ist seit Herbst 2014 von 58 Prozent auf 51 Prozent gesunken.  In Deutschland sind 59 Prozent gegen und 26 Prozent für TTIP.

Zwei von drei Europäern (68 Prozent) sind der Meinung, dass die Stimme der EU in der Welt Gewicht hat, in Deutschland teilen 67 Prozent diese Ansicht.

78 Prozent der Deutschen fühlen sich als Europäer, europaweit fühlen sich 66 Prozent als EU-Bürger, ein Zuwachs von 2 Prozentpunkten gegenüber der Umfrage vom Herbst 2015.

Das Vertrauen in die Europäische Union bleibt stabil und gewinnt sogar an Boden: mit 33 Prozent liegt es europaweit höher als das Vertrauen in die nationalen Parlamente und Regierungen. Die meisten Europäer haben ein neutrales Bild von der EU, ein Drittel hat ein positives Bild. Die Hälfte der Befragten ist optimistisch, was die Zukunft der EU angeht, allerdings ist der Anteil zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen.

Befragt wurden rund 32.000 EU-Bürgerinnen und –Bürger zwischen dem 21. und dem 31. Mai 2016 in 34 Ländern und Gebieten: in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), in den fünf Kandidatenländern (ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Türkei, Montenegro, Serbien und Albanien) und in der türkisch-zyprischen Gemeinschaft in dem Teil des Landes, der nicht von der Regierung der Republik Zypern kontrolliert wird.

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