Grenzenlos online einkaufen – ‚Geoblocking‘ ist Geschichte

Es ist es so weit: Pünktlich zu Weihnachten tritt die neue Verordnung in Kraft mit der das ungerechtfertigte Geoblocking in der ganzen EU verboten ist. Wenn man online Waren oder Dienstleistungen bei Anbietern in einem anderen EU-Mitgliedstaat kaufen will, bekommt man diese zu den gleichen Bedingungen als würde man in dem Land selbst wohnen. (Quelle: Europäische Kommission, EVZ)

Europäische Verbraucher und Unternehmer wurden mittels Geoblocking lange Zeit daran gehindert, in anderen EU-Ländern Internetseiten aufzurufen, online Waren einzukaufen oder auf digitale Inhalte zuzugreifen. Damit ist ab dem 3. Dezember 2018 weitgehend Schluss. Denn ab diesem Zeitpunkt wird die Geoblocking-Verordnung (EU) 2018/302 angewendet.

Geoblocking: Was ist das?

 

Der Begriff Geoblocking beschreibt Geschäftspraktiken, bei denen ein Kunde aufgrund seiner Nationalität, seines Wohnortes, seines Aufenthaltsortes oder seines Firmensitzes benachteiligt wird.

Beispiel: Online-Shopping

Ein Kunde mit Wohnsitz in Deutschland surft während seines Spanien-Urlaubs im Internet und findet eine Jacke in einem spanischen Online-Shop. Der Preis ist günstig. Zurück in Deutschland, möchte er die Jacke bestellen. Er gibt die spanische Internetadresse ein, gelangt aber nicht auf die spanische Seite, sondern wird sofort auf die deutsche weitergeleitet. Dort ist der gesuchte Artikel aber wesentlich teurer.

Weitere Beispiele:

  • Der Kunde möchte seine Lieferadresse erfassen. Das Bestellsystem des Händlers kann aber keine ausländischen Adressen verarbeiten. Der Kunde kann folglich nicht bestellen.
  • Der Kunde möchte per Überweisung bezahlen. Der Händler lehnt dies aber ab, weil der Kunde das Bankkonto in einem anderen EU-Land hat.

Maßnahmen gegen ungerechtfertigtes Geoblocking

Die Europäische Kommission will Verbrauchern und Unternehmen den grenzüberschreitenden Zugang nicht nur zu Waren, sondern auch zu Dienstleistungen im digitalen EU-Binnenmarkt erleichtern. Darüber hinaus möchte die EU das Vertrauen der Verbraucher in den digitalen Binnenmarkt stärken und den Unternehmern Rechtssicherheit bei Online-Geschäften geben.

Dazu sind 2018 verschiedene Gesetze in Kraft getreten, die das ungerechtfertigte Geoblocking innerhalb der EU verbieten. Sie sind Teil der Digitalstrategie der Europäischen Kommission zur Ankurbelung des Online-Handels.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland.

Quellen:
Europäische Kommission Vertretung in Deutschland auf facebook
Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland